Ab dem fünften, spätestens aber ab dem siebten Lebensmonat kann die Muttermilch alleine dem steigenden Nährstoffbedarf des Säuglings nicht mehr gerecht werden. Das Kind benötigt weitere, zusätzliche Energielieferanten. Experten raten daher, in diesem Zeitrahmen mit der Beikost zu beginnen.
Aller Anfang ist schwer
Jedes Kind ist anders – das eine schaufelt den Brei vom ersten Augenblick gierig in sich hinein, das andere is(s)t verhalten und gewöhnt sich nur langsam an die neue Esskultur. Eine ganz individuelle Heranführung an die Nahrung ist nun sehr wichtig. Gerade bei Babys, die sich anfangs schwer tun mit dieser Umstellung, empfiehlt sich ein sehr sanfter Übergang. Das heißt: Auch nach Einführung der Beikost kann und soll weiter gestillt werden. Auch wenn sich Eisen- und Nährstoffgehalt der Muttermilch mit der Zeit verringern, ist sie immer noch extrem wertvoll.
Womit beginnen?
Als optimalen Beikost-Starter empfehlen Experten einen Gemüsebrei, der bald mit Kartoffeln sowie Fleisch oder Fisch kombiniert wird. Zusammen mit Muttermilch oder Säuglingsmilch ist er der ideale Start in die Welt der festen Nahrung. Welches Gemüse Sie am Anfang wählen, bleibt Ihnen und dem Geschmack Ihres Kindes überlassen. Die meisten entscheiden sich für Karotten, aber auch Pastinaken oder Kürbis sind sehr beliebt als Gemüse für den Anfangsbrei.
Erlaubt ist, was schmeckt!
Die nationalen Handlungsempfehlungen zur Beikost – herausgegeben von den wichtigsten Organisationen von Kinder- und Frauenärzten, Hebammen, Ernährungsexperten und Gesundheitspolitik – besagen außerdem etwas, was vielen Eltern Angst und Unsicherheit vor dem Zufüttern nehmen wird: Es darf alles auf den Löffel, was dem Baby schmeckt! Das Immunsystem profitiert sogar von einem abwechslungsreichen Speiseplan. Wichtig jedoch: Nur ein neues Lebensmittel pro Woche einführen. Dass Nahrungsmittel, zum Beispiel Fisch, frühzeitige Allergien auslösen, müssen Sie nicht befürchten. Die Devise lautet: Je früher Kinder eine Vielfalt in der Ernährung erfahren, desto größer die spätere Akzeptanz von neuen, bis dahin unbekannten Lebensmitteln.
Gläschen oder selber kochen?
Natürlich erscheint es auf den ersten Blick einfacher und unproblematischer, wenn man sich für die Gläschennahrung entscheidet. Und keine Frage – sie hat auch Vorteile. Industriell hergestellte Beikost ist schnell aufgewärmt und es gibt sie in hunderten Geschmacksrichtungen. Gerade auch für unterwegs sind fertige Babybreie eine perfekte Angelegenheit. Aber man kann den Brei natürlich auch selbst kochen. So haben die Eltern die Auswahl der Zutaten sogar selbst in der Hand. In Gläschen mit industriell hergestellter Beikost steckt oft Salz und Zucker. Auf diese Zusätze sollten Sie verzichten und die Zutatenliste fertiger Babynahung darauf überprüfen.
Wie Sie Babybrei am besten selbst zubereiten, wie Sie gute Gläschenkost erkennen und Mythen zum Thema Beikost finden Sie über die Links auf dieser Seite.
Sandra Schmid / www.baby-und-familie.de;
05.08.2005, aktualisiert am 01.06.2011
Bildnachweis: Stockbyte/RYF
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