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Neugeborenes: Willkommen zu Hause, Baby!

Ob Tipps zur Säuglingsnahrung, zum Kinderwagenkauf oder zur richtigen Pflege – hier lesen Sie, was ein Neugeborenes am Anfang braucht


Kleine Neuankömmlinge freuen sich über Streicheleinheiten

Eigentlich hatte man ja nun neun lange Monate Zeit, sich auf das Leben mit dem neuen Familienmitglied vorzubereiten. Mama hat Kurse besucht, Papa hat Bücher gelesen – und trotzdem stehen Eltern diesem Wunder des ersten Kindes immer auch mit großen Unsicherheiten und vielen Fragezeichen im Gesicht gegenüber.

U1 bis U3

Die ersten vier Wochen nach der Geburt gilt ein Kind als Neugeborenes. In dieser Zeit stehen die Kontrolluntersuchungen U1 bis U3 an. Dabei achtet der Arzt darauf, ob das Baby gesund ist und sich gut entwickelt. Die U1 findet bereits in den ersten Minuten nach der Entbindung statt – also im Kreißsaal oder in den eigenen vier Wänden. Um die Gesamtkonstitution des Neugeborenen zu bewerten, wurde hierfür der Apgar-Test entwickelt. Eigentlich benannt nach der US-Narkoseärztin Dr. Virginia Apgar, hat man sich heute aus den Anfangsbuchstaben folgender Begriffe eine Eselsbrücke gebildet: Atmung, Puls, Grundtonus, Aussehen und Reflexe.


Den U2-Check muss man dann beim Kinderarzt zwischen dem dritten und zehnten Lebenstag des Babys machen lassen. Organe, Haut, Gelenke, Verdauung und Reflexe werden untersucht. Auch ein Hör- sowie ein Neugeborenen-Screening auf mögliche Stoffwechseldefekte und Hormonstörungen kann bei dieser Kontrolle gemacht werden. Die U3-Untersuchung findet dann circa in der vierten bis fünften Lebenswoche statt. Hier schaut der Kinderarzt vorrangig, ob sich das Neugeborene altersgerecht entwickelt hat (Größe, Gewicht, Körperfunktionen und so weiter).

Stillen und Stillprobleme

Gerade in den ersten Wochen haben viele Erstlings-Mamas noch Probleme beim Stillen. Häufig leiden Mütter an einer Brustwarzenentzündung. Gerade diese können mit großen Schmerzen für die Frau verbunden sein, so dass das Stillen zur Qual wird. Hier heißt es auf alle Fälle Ruhe bewahren! Wunde Brustwarzen sind im ersten Monat nichts Ungewöhnliches: An die ständige Beanspruchung muss sich die Brust erst gewöhnen. Die richtige Anlegetechnik und Salben mit Lanolin oder Guajazulen fördern die Heilung. Manche Frauen leiden unter Milchstau oder einer Brustentzündung (Mastitis). Fragen Sie jetzt auf jeden Fall Ihren Frauenarzt um Rat.

Oft haben Frauen auch Angst, dass das Baby nicht genug Milch bekommt. Die Frage „Wie oft soll ich stillen?“ stellt sich wahrscheinlich jede Mutter irgendwann in den ersten Wochen. Dabei ist die Antwort ganz simpel: So oft wie nötig. Manche Babys geben sich mit einer Ration alle vier Stunden zufrieden, andere Neugeborene wollen alle 90 Minuten an die Brust. Die Ansicht, feste Stillzeiten einhalten zu müssen, gilt heute als überholt. Im Vordergrund stehen die harmonische Stillbeziehung zwischen Mutter und Kind.

Wickeln und Baden

Meistens haben die Eltern den Neuankömmling ja schon vor der Geburt mit der entsprechenden Erstausstattung versorgt. Vom Kinderbett über Wickeltisch und Badewanne bis hin zum richtigen Kinderwagen steht alles parat. Aber wie und wann man die ganzen Utensilien benutzt, das wissen frisch gebackene Eltern oftmals noch nicht so genau.

Gerade bei Babys erstem Bad sind die Regeln einfacher als sich Mama und Papa das oftmals denken. Der Zeitpunkt für das erste Bad? Wenn der Nabel richtig verheilt ist. Wie oft? Nicht häufiger als ein- bis zwei Mal in der Woche. Und wie? Am besten nur wenige Minuten in klarem Wasser (zwischen 35 und 37 Grad). Die ersten Planschversuche mit dem Sprössling sind keine Hexerei!

Auch an das Wickeln sollten die Eltern mit einer gewissen Gelassenheit herangehen. Ob Einwegwindeln oder Stoffwindeln – die Handhabung der Windeln gelingt schon nach einigen Wiederholungen recht passabel. Die richtige Anordnung der Utensilien wie Windeln, Creme, Feuchttücher, Waschlappen auf dem Wickeltisch und ein paar geübte Griffe machen aus allen Eltern bald Wickelmeister!

Schlafen und schreien

Eine der einschneidenden Veränderungen mit Baby ist der unregelmäßige Schlafrhythmus. Viele Eltern sind ob dieses neuen Zustandes bisweilen überfordert. Hier hilft nur eines: Geduld! Am sinnvollsten und stressfreiesten ist es, wenn sich die Eltern dem Rhythmus des Kindes anpassen und nicht das Neugeborene zwingen, sich Erwachsenengewohnheiten anzueignen. Das bedeutet: Schlafen Sie, wenn Ihr Kind schläft. Ein gemeinsamer Rhythmus findet sich mit der Zeit!

Wenn das Baby oft schreit, ist das meist auch eine Belastung für die Eltern. Wieso schreit das Kind? Tut ihm was weh? Was kann ich nur tun? Wenn diese Unsicherheiten mit akutem Schlafmangel einhergehen, kann das schon zu einer Überforderung führen. Aber auch hier gilt: Ruhe bewahren! Beruhigen Sie das Kind nicht mit wildem Schaukeln oder Spielzeug-Fuchteln vor dem Gesicht. Gehen Sie ruhig mit dem Baby um, vermindern Sie Reize von Licht, Besuch und Musik. So kommen Sie gemeinsam mit Ihrem Neugeborenen zur Ruhe.



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Sandra Schmid / www.baby-und-familie.de; 27.10.2009, aktualisiert am 25.08.2011
Bildnachweis: Jupiter Images GmbH/Comstock Images

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